Second Source für Leiterplatten kurz erklärt:
Second Source bezeichnet ein freigegebenes Alternativbauteil, das ein Primärbauteil funktional ersetzen kann, ohne Design, Funktion oder Serienqualität wesentlich zu verändern. Ziel ist es, Lieferfähigkeit, Kostenstabilität und Serienreife abzusichern, insbesondere bei Engpässen oder Abkündigungen. Eine wirksame Second-Source-Strategie muss bereits in Entwicklung und Bauteilauswahl berücksichtigt und in der Bauteilebibliothek dokumentiert werden.
Was sind Second Source Bauteile?
Second Source Bauteile sind freigegebene Alternativbauteile, die ein ursprünglich definiertes Bauteil funktional ersetzen können, ohne die elektrische Funktion, die mechanische Einbausituation oder die Serienqualität wesentlich zu verändern. Sie dienen dazu, Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern zu reduzieren und die Lieferfähigkeit über den gesamten Produktlebenszyklus abzusichern.
Ein Second-Source-Bauteil ist nicht automatisch jedes technisch ähnliche Bauteil. Es muss geprüft, qualifiziert und dokumentiert sein, um in Entwicklung, Einkauf und Fertigung sicher eingesetzt werden zu können.
Was sind die Unterschiede Unterschied zwischen First Source und Second Source?
Die First Source ist das primär spezifizierte Bauteil, auf dessen Basis das Design, die Stückliste und die Erstqualifikation erfolgen. Es ist in der Regel der bevorzugte Hersteller oder das ursprünglich freigegebene Bauteil.
Second Source Bauteile sind Alternativen zur First Source und unterscheiden sich in folgenden Punkten:
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anderer Hersteller oder andere Teilenummer
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vergleichbare, aber nicht immer identische elektrische Parameter
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potenziell abweichendes EMV-, Temperatur- oder Langzeitverhalten
Während die First Source das Referenzbauteil darstellt, dienen Second Sources der Absicherung und Flexibilisierung in Einkauf und Serie.
Wann werden Second Source Bauteile für Leiterplatten wichtig?
Second Sources gewinnen insbesondere dann an Bedeutung, wenn:
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Lieferengpässe oder lange Lead Times auftreten
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Bauteile abgekündigt oder auf „NRND“ (Not Recommended for New Designs) gesetzt werden
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Preisrisiken durch Monopolbauteile entstehen
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Serienprodukte langfristig abgesichert werden müssen
In der Praxis zeigt sich: Je früher Second-Source-Fähigkeit im Design berücksichtigt wird, desto geringer sind spätere Kosten und Umstellungen.
Wie werden Second Source Bauteile freigegeben?
Die Freigabe von Second Sources ist ein strukturierter Prozess und umfasst typischerweise:
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technische Bewertung der elektrischen und mechanischen Eigenschaften
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Prüfung der Footprint- und Layout-Kompatibilität
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Bewertung von EMV-, thermischem Verhalten und Derating
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Definition notwendiger Tests oder Zusatzprüfungen
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formale Freigabe durch Entwicklung, Qualität und EMS
Ohne dokumentierte Freigabe besteht das Risiko, dass Alternativen unkoordiniert oder projektabhängig eingesetzt werden.
Wie werden Second Source Bauteile verwaltet?
Professionelle EMS-Unternehmen verwalten Second Sources zentral in der Bauteilebibliothek. Dort werden:
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freigegebene Alternativen eindeutig zugeordnet
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Einschränkungen oder Besonderheiten dokumentiert
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Lifecycle-Status und Verfügbarkeit gepflegt
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Änderungen nachvollziehbar versioniert
So entsteht Transparenz zwischen Entwicklung, Einkauf und Fertigung und Entscheidungen basieren auf belastbaren Daten statt Einzelwissen.
Second Source Bauteile sind ein wesentliches Instrument zur Risiko- und Kostensteuerung im EMS. Unternehmen, die Alternativbauteile systematisch definieren, freigeben und verwalten, sichern ihre Serienfähigkeit und erhöhen die Reaktionsgeschwindigkeit bei Marktveränderungen.
Second Source in der Projektsteuerung bei Joratec Solutions
Bei Joratec Solutions wird die Second-Source-Fähigkeit bereits in der frühen Projektphase bewertet und als fester Bestandteil der Projektsteuerung betrachtet. Freigegebene Alternativen werden strukturiert dokumentiert, versioniert und projektübergreifend genutzt, sodass Einkauf, Entwicklung und EMS-Fertigung auf einer einheitlichen Datenbasis arbeiten.
Wie genau kann ich als Einkäufer vorgehen, wenn ich keine Second Source freigegebenen Bauteile für eine PCB habe?
Wenn keine Second Source existiert, sollte der PCB Einkauf nicht versuchen, kurzfristig „Ersatz zu beschaffen“, sondern Risiken transparent machen, Alternativen technisch prüfen lassen und das Management einbinden. Parallel müssen Prozesse etabliert werden, damit zukünftige Produkte second-source-fähig entwickelt werden.
FAQs Vorgehen für Einkäufer ohne Second Source Bauteile

Lernen Sie unsere EMS-Leistungen kennen.
Sie wollen wissen, wie wir Ihr Projekt technisch und wirtschaftlich nach vorn bringen?
Auf unserer Leistungsseite finden Sie alle Schritte von der Produktidee bis zur fertigen Leiterplatte.
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